Es gibt etwas, dass uns alle deutlich mehr beeinflusst als das allgegenwärtige Virus selbst: die Angst vor dem Virus. Dabei ist es im Grunde nicht einmal eine echte Angst. Es ist vielmehr die Unberechenbarkeit der Zukunft. Sei es nun das leere Regal im Supermarkt, die vielen dunklen Aussagen der Experten in den Medien oder der scheinbare Einfluss auf die Wirtschaft.

Wie immer gilt im Nachrichtenwesen: Schlechte Nachrichten verkaufen sich besser. So sind Zeitungen, das Fernsehen, vor allem aber das inzwischen zum Hauptmedium avancierte Internet voll mit schlechten Nachrichten, mit Droh-Szenarien und schlimmen Zukunftsaussichten. Das ist es dann wohl, was wir lesen wollen.

Würde sich heute jemand hinstellen und sagen, es wäre doch alles gar nicht so schlimm, wäre eine Missachtung der Aussage wohl noch die glimpflichste Reaktion, die er zu erwarten hätte.

Wenn ein Wirtschaftsweiser sagt, dass die Wirtschaft im Jahr 2020 wohl um 20 Prozent schrumpfen würde, und sie dann tatsächlich nur ein negatives Wachstum von 10 % aufweist, wäre alles nicht so schlimm, und das Volk freut sich. Im umgekehrten Falle wäre die virtuelle Lynch-Justiz vulgo Shitstorm wohl vorprogrammiert. Das ist wohl ein Grund, warum weise Wirtschaftsweise eher etwas schwärzer kommunizieren, als Sie die Zukunft wirklich sehen. Dabei wäre übrigens noch zu klären, ob „negatives Wachstum“ nicht eigentlich ein Oxymoron ist und somit in einem wissenschaftlich-technischen Umfeld nichts zu suchen hat.

Dr. Daniel Stelter hat in seinem Podcast „Beyond the Obvious“ vom 19.04. formuliert, dass eine mögliche Folge der Corona-Krise die „Deglobalisierung“ sein wird. Sich hierauf einzustellen, würde für den Bereich der Automobil-Fertigung eine sehr interessante Herausforderung bedeuten. Wenn wir nun die Digitalisierung mit dieser Entglobalisierung kombinieren, ergeben sich eine ganze Reihe von Potenzialen. Die Geschichte zeigt, dass wir Deutschen uns die Grundlage hierfür ausdenken und andere dann davon profitieren. Aber das ist natürlich wieder sehr düster betrachtet.

Letzteres möchte ich gar nicht tun. Ich möchte viel lieber Optimismus versprühen. Wir sind durch die vielen schlechten Nachrichten vielfach blockiert. Es fällt sehr schwer, sich in diesem Umfeld kreativ mit der Zukunft auseinanderzusetzen. Darum muss es ein erster Schritt sein, sich von der schweren Panzerung der Nachrichtenlage zu befreien, sich geistig freier und optimistischer die Möglichkeiten zu reflektieren. Lasst uns gemeinsam das Fundament gießen, auf dem wir unsere nahe Zukunft bauen wollen. Ich bin überzeugt, dass es weiter gehen wird.

Am Ende wird alles gut und wenn noch nicht alles gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.


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Oliver Brenscheidt

Geschäftsführer

Oliver Brenscheidt ist Chemiker mit mehr als 20 Jahren Erfahrung auf allen Gebieten der Galvanotechnik. Sein Urgroßvater Otto Brenscheidt gründete schon 1919 das heute noch tätige Familienunternehmen, sein Großvater Ernst gilt als Erfinder der Durchlauf-Galvanik.

Heute ist Oliver Brenscheidt Geschäftsführer der on Metall GmbH, er gründete die Brenscheidt Galvanik Service und betreibt die Website silberbird.de.